Pilze in Hordaland
Wir hatten uns zu viert eines der schönen typischen Norwegen Ferienhäuser in Bruvik/Osterřy gemietet, das etwa 40 km östlich von Bergen in der westnorwegischen Provinz Hordaland liegt. Das Häuschen war idyllisch am Sřrfjord gelegen und nur 50 m von diesem entfernt. Es hatte eine hübsche Terrasse und eine kleine Liegewiese. Ausflugsmöglichkeiten in die Fjord- und Gebirgswelt sowie zur Fjordhauptstadt Bergen mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten waren jederzeit gegeben.
Meist unternahmen wir vier etwas gemeinsam, aber am letzten Freitag vor unserer Abreise wollten Lars und Monique angeln gehen, worauf wir keinen Bock hatten. Es war August und wir hatten im Restaurant vernommen, dass es in den Wäldern auch Pilze geben solle. Welche und wo konnte uns allerdings keiner sagen. So fuhren wir einfach auf gut Glück mit dem Auto aus Bruvik hinaus und parkten auf einem der kleine Parkplätze abseits der Hauptstraße. Die Gegend war dicht bewaldet, der Baumbestand setzte sich aus Fichten und vereinzelten Buchen zusammen und der Waldboden war bemoost.
So gingen wir auf gut Glück in den Wald hinein und fanden etwa eine halbe Stunde lang nicht einen einzigen genießbaren Pilz. Dann aber sah ich in einiger Entfernung etwas gelblich schimmern. Beim Näherkommen erblickte ich zu meiner großen Freude einen großen Trupp Pfifferlinge. Sogleich rief ich meine Frau Eva herbei, wir schnitten die Pfifferlinge ab und putzten sie an Ort und Stelle. Nachdem wir sie im optimistisch mitgeführten Körbchen verstaut hatten war unser Jagdtrieb erwacht. Hier musste es doch noch mehr geben! Tatsächlich fanden wir noch ein paar Pfifferlinge dazu und waren ganz zufrieden mit unserer Beute, so dass wir uns wieder auf den Rückweg zum Auto machten. Kurz bevor wir es erreichten, fand Eva im Dickicht völlig unerwartet zwei prächtige Steinpilze. Welch eine Freude! Auch ich war noch einmal fündig und fand einen weiteren Steinpilz hinzu. Schade, dass wir uns erst zum Ende unseres Urlaubs in Norwegen zum Pilzesuchen aufgemacht hatten. Wir wären gern noch einmal in den Wald gegangen.
In unserer Ferienwohnung angekommen, bereiteten wir die Pilze vor, um sie später zu braten. Monique und Lars kamen dann auch bald und staunten nicht schlecht über unsere Ausbeute. Aber auch sie waren erfolgreich. Sie brachten zwei richtig große Lachsforellen vom Angeln mit. Wir bereiteten unsere Pilze und Fische auf dem kleinen Herd zu, besorgten uns noch etwas Brot und hatten an diesem Abend ein unheimlich leckeres Essen aus eigener Produktion.